Eine Studie der UCLA hat gezeigt, dass Rassismus und ethnische Diskriminierung zu Übergewicht und damit verbundenen Gesundheitsrisiken führen können. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von Diskriminierung auf die Reaktionen des Körpers auf verschiedene Arten von Lebensmitteln. Das Ergebnis: Diskriminierung kann das Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln steigern, insbesondere nach Süßigkeiten, und die Kommunikation zwischen Gehirn und Darmmikrobiom beeinflussen. Diese Veränderung im sogenannten Brain-Gut-Crosstalk kann zu schlechten Ernährungsgewohnheiten, verringertem Selbstkontrolle und verstärktem Verlangen nach hochkalorischen Lebensmitteln führen. Die Studie ergab zudem, dass Diskriminierung Veränderungen in der Darmchemie, Stress und Entzündungen hervorrufen kann, was Menschen anfälliger für Erkrankungen im Zusammenhang mit Übergewicht macht. Für die Forschung wurden funktionelle MRT-Scans des Gehirns, statistische Modellierungstechniken und die Analyse von Metaboliten verwendet. Die Teilnehmer wurden auf Grundlage eines Fragebogens in eine Gruppe mit hoher und eine Gruppe mit geringer Diskriminierungserfahrung eingeteilt. Die Ergebnisse zeigten, dass ungesunde Nahrungsmittelreize bei Personen, die häufiger Diskriminierung erlebt hatten, Belohnungs- und Appetitregionen im Gehirn stärker aktivierten. Zudem führten Diskriminierungserfahrungen zu veränderten Gehirnreaktionen auf ungesunde Nahrungsmittel, jedoch nicht auf gesunde Nahrungsmittel. Die Studie ergab außerdem höhere Konzentrationen von Glutamat-Metaboliten, die mit Entzündungen, oxidativem Stress und Übergewicht in Verbindung gebracht werden, bei Personen, die stärker von Diskriminierung betroffen waren. Die Forscher schlagen vor, dass Diskriminierung zu Veränderungen in der Kommunikation zwischen Gehirn und Darmmikrobiom führt, was zu ungesundem Essverhalten und Verlangen nach ungesundem Essen führen kann. Die Ergebnisse könnten helfen, Therapien zu entwickeln, die auf das Gehirn oder den Darm abzielen, wie die Modulierung des Belohnungssystems in Bezug auf Essen oder die Verwendung von Probiotika und Ernährungsumstellungen zur Reduzierung von Entzündungen. Insgesamt liefert diese Studie direkte Beweise für den Zusammenhang zwischen Diskriminierung, Essverhalten und damit verbundenen Gesundheitsrisiken und betont die Notwendigkeit, Diskriminierung als Faktor bei Übergewicht anzugehen.

Einführung

Die Exposition gegenüber rassistischer oder ethnischer Diskriminierung wurde mit verschiedenen negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht. Eine kürzlich von der UCLA durchgeführte Studie untersucht die Auswirkungen von Diskriminierung auf Essverhalten und deren potenziellen Beitrag zur Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Dieser Artikel wird die Ergebnisse der Studie untersuchen und die Auswirkungen auf das Verständnis der komplexen Beziehung zwischen Diskriminierung, Essverhalten und Fettleibigkeit diskutieren.

Forschungsmethodik

Die UCLA-Studie verwendete eine Kombination von Forschungstechniken, um die Beziehung zwischen Diskriminierung und Essverhalten zu untersuchen. Es wurden funktionelle MRT-Scans des Gehirns, statistische Modellierungstechniken und Metabolitanalysen verwendet, um die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm sowie die Reaktionen auf verschiedene Arten von Nahrungsmitteln zu untersuchen. Die Teilnehmer wurden mithilfe eines Fragebogens in Gruppen mit hoher und niedriger Diskriminierungserfahrung eingeteilt.

Funktionelle MRT-Scans des Gehirns

Die Studie verwendete funktionelle MRT-Scans des Gehirns, um die Aktivität des Gehirns in Reaktion auf verschiedene Nahrungsmittelreize zu beobachten. Unge gesunde Nahrungsmittelreize wurden bei Personen, die mehr Diskriminierungserfahrungen berichteten, stärker die Belohnungs- und Appetitregionen des Gehirns aktiviert. Zudem wurde festgestellt, dass Diskriminierung die Gehirnreaktionen auf ungesunde Nahrungsmittelreize verändert.

Statistische Modellierungstechniken

Statistische Modellierungstechniken wurden verwendet, um die Daten aus dem Fragebogen zu analysieren und Zusammenhänge zwischen Diskriminierungserfahrungen und Essverhalten zu identifizieren. Die Studie ergab, dass Diskriminierung das Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln, insbesondere nach süßen Lebensmitteln, erhöhen kann. Es wurde auch gezeigt, dass Diskriminierung zu einer Verringerung der Selbstkontrolle und zu einem erhöhten Verlangen nach stark schmackhaften Lebensmitteln führen kann.

Metabolitanalysen

Metabolitanalysen wurden durchgeführt, um die Konzentration bestimmter Metabolite bei Personen mit unterschiedlichem Grad an Diskriminierungsexposition zu untersuchen. Die Studie ergab höhere Konzentrationen von Glutamat-Metaboliten, die mit Entzündungen, oxidativem Stress und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht werden, bei Personen mit höherer Diskriminierungsexposition. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Diskriminierung auch Veränderungen in Darmchemie, Stress und Entzündungen verursachen kann, was Individuen anfälliger für fettleibigkeitsbedingte Störungen macht.

Auswirkungen von Diskriminierung auf die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Diskriminierung zu Veränderungen in der Kommunikation zwischen Gehirn und Darm führen kann, was wiederum das Essverhalten beeinflusst. Diese Veränderung des Zusammenspiels zwischen Gehirn und Darm kann zu schlechten Ernährungsgewohnheiten, einer Verringerung der Selbstkontrolle und einem erhöhten Verlangen nach stark schmackhaften Lebensmitteln führen. Diskriminierung verändert die Gehirnreaktionen auf ungesunde Nahrungsmittelreize, nicht jedoch auf gesunde Nahrungsmittelreize, was die spezifische Auswirkung auf das Essverhalten betont.

Auswirkungen auf Fettleibigkeit und damit verbundene Gesundheitsrisiken

Die Ergebnisse der Studie haben erhebliche Auswirkungen auf das Verständnis und die Bewältigung von Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Diskriminierung als Faktor für Fettleibigkeit unterstreicht die Notwendigkeit, die sozialen Determinanten der Gesundheit anzugehen und systemische Probleme wie Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen. Die Forschung liefert direkte Beweise für den Zusammenhang zwischen Diskriminierung, Essverhalten und fettleibigkeitsbedingten Störungen, die bei der Entwicklung gezielter Behandlungen und Interventionen helfen können.

Entwicklung von Behandlungen für diskriminierungsbedingte Essverhaltensstörungen

Basierend auf den Ergebnissen der Studie schlagen die Forscher mögliche Ansätze für die Entwicklung von Behandlungen vor, die auf das Gehirn oder den Darm abzielen. Die Modulation des belohnungsbasierten Systems im Gehirn könnte helfen, das gesteigerte Verlangen nach ungesunden Lebensmitteln infolge von Diskriminierung zu bekämpfen. Zusätzlich können Interventionen wie die Nahrungsergänzung mit Probiotika und eine antiinflammatorische Ernährungsumstellung dazu beitragen, die Veränderungen in Darmchemie, Stress und Entzündungen, die mit Diskriminierung einhergehen, zu mildern.

Fazit

Zusammenfassend liefert die UCLA-Studie wertvolle Einblicke in die Auswirkungen von Diskriminierung auf Essverhalten und deren Rolle bei Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit, Diskriminierung als soziale Determinante der Gesundheit anzugehen, während sie gleichzeitig potenzielle Wege für die Entwicklung gezielter Behandlungen aufzeigt. Durch das Verständnis der komplexen Beziehung zwischen Diskriminierung, Essverhalten und Fettleibigkeit können wir darauf hinarbeiten, die Gesundheitsgleichheit zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like

Machine-Learning-Ansatz zur Berechnung von Übergangszuständen in chemischen Reaktionen

Forscher vom MIT haben eine maschinelle Lernmethode entwickelt, um Übergangszustände in chemischen…

Ein potenzieller Wirkstoffkandidat zur Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS)

Forscher der Universität Helsinki haben einen potenziellen Wirkstoff entdeckt, der zur Behandlung…

Von der Verbrennung angetriebener insektengroßer Roboter: Ein Durchbruch in der Robotik

Forscher der Cornell University haben einen robotischen Insekt entwickelt, der durch Verbrennung…

Die Rolle des Retinsäurerezeptors Alpha (RARα) bei der T-Zell-Aktivierung und Immunantwort

Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal Immunity, zeigt, dass der nukleare Rezeptor…