Die Forscherin Maggie Stanislawski von der Abteilung für Biomedizinische Informatik an der University of Colorado betont die Einzigartigkeit des individuellen Mikrobioms des Darms und empfiehlt, sich auf die Verbesserung eines vielfältigen Mikrobioms zu konzentrieren, anstatt sich auf probiotische Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen. Zusammen mit der Professorin Vicki Catenacci von der Abteilung für Medizin an der CU hat Stanislawski die Auswirkungen des intermittierenden Fastens und einer täglichen kalorischen Einschränkung auf das Mikrobiom des Darms bei Teilnehmern einer Gewichtsabnahme-Intervention untersucht. Beide Ansätze zeigten eine positive Wirkung auf die Diversifizierung des Mikrobioms. Die Forscher stellten Veränderungen in der Alpha-Diversität und der taxonomischen Struktur des Mikrobioms fest, was darauf hindeutet, dass beide diätetischen Gewichtsverluststrategien gleichermaßen erfolgreich darin sind, die Vielfalt des Mikrobioms zu erhöhen. Darüber hinaus untersuchten CU-Forscher in einer weiteren Studie die Beziehung zwischen dem Mikrobiom des Darms und der DNA-Methylierung im Blut, einem Prozess, der die Genaktivität reguliert. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich diätbedingte Veränderungen im Mikrobiom auf den Körper insgesamt auswirken können.

Die Bedeutung eines vielfältigen Mikrobioms

In den letzten Jahren haben Forscher begonnen, den unglaublichen Einfluss des Mikrobioms auf unsere allgemeine Gesundheit und unser Wohlbefinden aufzudecken. Das Mikrobiom bezieht sich auf die komplexe Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in unserem Magen-Darm-Trakt leben und eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Körperfunktionen spielen.

Ein wichtiger Aspekt eines gesunden Mikrobioms ist seine Vielfalt, also das Vorhandensein einer Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen. Ein vielfältiges Mikrobiom wird mit besserer Gesundheit in Verbindung gebracht, während ein Mangel an Vielfalt mit verschiedenen Gesundheitsproblemen wie Fettleibigkeit, Diabetes und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht wurde.

Maggie Stanislawski, eine Forscherin an der Abteilung für biomedizinische Informatik an der University of Colorado, betont die Einzigartigkeit des Mikrobioms jedes Menschen. Sie schlägt vor, dass wir uns statt nur auf probiotische Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen, darauf konzentrieren sollten, die Vielfalt unseres Mikrobioms durch Lebensstil- und Ernährungswahlen zu erhöhen.

Die Auswirkungen von intermittierendem Fasten und kalorischer Restriktion

In einer bahnbrechenden Studie arbeitete Stanislawski mit Vicki Catenacci, einer außerordentlichen Professorin an der Abteilung für Medizin an der CU, zusammen, um die Auswirkungen von zwei gängigen Gewichtsverlust-Interventionen – intermittierendem Fasten und täglicher kalorischer Restriktion – auf das Mikrobiom der Teilnehmer einer Gewichtsverlust-Intervention zu untersuchen.

Die Forscher stellten fest, dass sowohl intermittierendes Fasten als auch tägliche kalorische Restriktion einen positiven Einfluss auf die Vielfalt des Mikrobioms hatten. Durch die Änderung des Zeitfensters, in dem die Teilnehmer ihre Mahlzeiten einnahmen, oder durch die Reduzierung ihrer Gesamtkalorienaufnahme erlebten die Teilnehmer Verschiebungen in der Zusammensetzung ihrer Darmbakterien.

Die Studie zeigte Veränderungen in der alpha-Vielfalt des Mikrobioms, die die Vielfalt der vorhandenen Bakterien misst, und in der taxonomischen Struktur, die auf die spezifischen Arten und das relative Vorkommen von Bakterien verweist. Diese Veränderungen deuteten darauf hin, dass beide diätetischen Gewichtsverluststrategien gleichermaßen erfolgreich sind, um die Vielfalt des Mikrobioms zu erhöhen.

Auswirkungen auf die DNA-Methylierung: Ein weiterer Blickwinkel

Zusätzlich zu den Auswirkungen auf die Vielfalt des Mikrobioms führten Forscher an der Universität von Colorado eine weitere Studie durch, um die Beziehung zwischen dem Mikrobiom und der Methylierung von Blut-DNA zu untersuchen.

DNA-Methylierung ist ein natürlicher Prozess, der die Genaktivität reguliert und eine entscheidende Rolle bei verschiedenen biologischen Prozessen spielt. Die Forscher wollten herausfinden, wie durch die Ernährung bedingte Veränderungen im Mikrobiom die DNA-Methylierung beeinflussen und potenziell weitreichende Auswirkungen auf den Körper haben können.

Die Ergebnisse dieser Studie deuten auf eine starke Korrelation zwischen Veränderungen im Mikrobiom und Veränderungen in den DNA-Methylierungsmustern hin. Dies deutet darauf hin, dass durch die Ernährung bedingte Veränderungen im Mikrobiom die Genaktivität beeinflussen können und Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit und das Krankheitsrisiko haben können.

Schlussfolgerung

Das Mikrobiom ist ein unglaublich komplexer und einflussreicher Bestandteil unserer Gesundheit. Forschungsergebnisse von der University of Colorado unterstreichen die Bedeutung der Aufrechterhaltung eines vielfältigen Mikrobioms und legen nahe, dass Lebensstil- und Ernährungswahlen wie intermittierendes Fasten und kalorische Restriktion einen positiven Einfluss auf die Vielfalt des Mikrobioms haben können.

Darüber hinaus verdeutlicht die Beziehung zwischen dem Mikrobiom und der DNA-Methylierung das Potenzial für durch die Ernährung bedingte Veränderungen im Mikrobiom, weitreichende Auswirkungen auf die Genaktivität und die allgemeine Gesundheit zu haben.

Indem wir die Kraft des Mikrobioms nutzen, können wir wertvolle Einblicke gewinnen, um die Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Indem wir vielfältige, auf ganzen Lebensmitteln basierende Ernährungen betonen und Lebensstilinterventionen unterstützen, die ein gesundes Mikrobiom fördern, können wir unsere Gesundheit optimal gestalten.

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