Während des COVID-19-Lockdowns im Jahr 2020 haben drei Mitbewohner in Brisbane eine Herausforderung angenommen: Sie wollten die Artenvielfalt um ihr Haus herum erfassen. Was als kleines Projekt begann, wurde zu einer erstaunlichen Entdeckungsreise. Über 12 Monate hinweg entdeckten die Hausbewohner in ihrem Hinterhof und ihrem Annerley-Haus insgesamt 1.150 einzigartige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Damit überschritten sie bei weitem ihre anfängliche Annahme von lediglich 200 Arten.

Besonders überrascht waren die Forscher über die Vielfalt der Insekten. Bereits innerhalb von 60 Tagen wurden 777 verschiedene Arten gefunden, darunter 436 Nachtfalter, 56 Spinnen, acht Reptilien und 56 Vögel. Doch es gab auch einige Entdeckungen, die selbst die Forscher verblüfften. Drei Arten, darunter eine Moskito-Art, eine Sandfliegen-Art und ein invasiver Plattwurm, wurden bisher nicht in der wichtigsten Biodiversitätsdatenbank Australiens verzeichnet.

Die Forscher betonten außerdem, dass ähnliche Artenvielfalt auch in anderen städtischen Gebieten zu finden sein könnte, wenn man sich um die Gärten kümmert und auf Rasenpflege und Pestizide verzichtet. Sie ermutigten die Menschen, in ihren eigenen Gärten nach Artenvielfalt zu suchen und auf diese Weise die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt Australiens besser kennenzulernen.

Einführung

Im Jahr 2020 starteten drei Mitbewohner in Brisbane während der COVID-19-Lockdowns eine Herausforderung, um die Arten in ihrer Umgebung zu identifizieren. Was als einfache Erhebung begann, entwickelte sich zu einem einjährigen Projekt, bei dem eine bemerkenswerte Vielfalt an Biodiversität in ihrem Vorstadthaus und Garten entdeckt wurde.

Unerwartete Ergebnisse jenseits aller Erwartungen

Die Mitbewohner hatten ursprünglich damit gerechnet, nur etwa 200 Arten zu finden. Doch bereits nach 60 Tagen der Untersuchung waren sie erstaunt, 777 verschiedene Arten zu entdecken. Dies widerlegte die gängige Annahme, dass Vorstadthäuser und Wohnungen eine begrenzte Biodiversität aufweisen.

Die Zahlen im Überblick

Die Untersuchung enthüllte eine vielfältige Palette an Lebewesen, darunter:

  • 436 Motte- und Schmetterlingsarten
  • 56 verschiedene Spinnenarten
  • 8 Reptilienarten
  • 56 Vogelarten

Diese Ergebnisse verdeutlichten die Bedeutung der Erforschung kleinerer Organismen, wie Insekten, um ein besseres Verständnis für die städtische Biodiversität zu erlangen.

Neue Arten und invasive Arten entdeckt

Zu ihrer Überraschung führte die Untersuchung auch zur Entdeckung von drei bislang in der führenden Biodiversitätsdatenbank Australiens nicht erfassten Arten:

  • Eine zuvor unbekannte Mückenart
  • Eine seltene Sandmückenart
  • Ein invasiver Plattwurm, der weltweit für den Rückgang der heimischen Schneckenpopulation verantwortlich ist

Diese Ergebnisse zeigen das Potenzial für noch mehr unerforschte Arten in städtischen Umgebungen auf.

Auswirkungen auf den Naturschutz

Die Identifizierung neuer Arten und das Vorhandensein invasiver Arten unterstreichen die Bedeutung des Erhalts und Schutzes der städtischen Biodiversität. Indem wir die Arten, die sich in unseren eigenen Hinterhöfen befinden, studieren und verstehen, können wir diese Ökosysteme besser erhalten und verwalten.

Das Haus als komplexes Ökosystem

Eine der faszinierenden Erkenntnisse aus der Untersuchung war die Feststellung, dass das Haus selbst als komplexes Ökosystem fungierte, in dem verschiedene Arten auf unterschiedliche Weise interagierten.

Die Rolle der Motten

Insbesondere wurden bei einigen Mottenarten wie der Scatochresis innumera und der Parilyrgis concolor interessante Lebenszyklen mit einzigartigen Abhängigkeiten festgestellt:

  • Die Scatochresis innumera ist auf Possumdung als Nahrungsquelle angewiesen und verdeutlicht somit die Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Arten innerhalb des Ökosystems.
  • Die Parilyrgis concolor nutzt Spinnennetze als Unterschlupf und Nahrungsquelle, was die komplexen Beziehungen zwischen den Arten weiter verdeutlicht.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Verständnisses der ökologischen Funktionen, die scheinbar gewöhnlichen oder übersehenen Arten in unserer Umwelt zukommen.

Förderung der Biodiversität in städtischen Gebieten

Dr. Holden, einer der an der Untersuchung beteiligten Forscher, betonte das Potenzial, ähnlich hohe Biodiversitätsniveaus in Häusern in allen städtischen Gebieten zu finden. Er schlug mehrere Schlüsselmaßnahmen zur Förderung der städtischen Biodiversität vor:

Gartenpflege

Indem man Gärten schafft, die eine Vielzahl von einheimischen Pflanzen enthalten, können Individuen eine vielfältige Palette an Arten in ihre Häuser locken.

Verzicht auf gepflegte Rasenflächen und Pestizide

Traditionell gepflegte Rasenflächen weisen oft eine geringe Biodiversität auf. Durch die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden und die Annahme eines natürlicheren Ansatzes bei der Gartenpflege können Hausbesitzer Umgebungen schaffen, die eine größere Vielfalt an Arten unterstützen.

Schlussfolgerung

Die Untersuchung der Mitbewohner ihres Hauses in Brisbane enthüllte eine überraschend hohe Biodiversität und stellte gängige Vorstellungen über Vorstadtbereiche in Frage. Die Entdeckung neuer Arten und das Vorhandensein invasiver Arten unterstreichen die Bedeutung der Untersuchung und des Schutzes der städtischen Biodiversität. Durch einfache Veränderungen in unseren eigenen Hinterhöfen können wir zum Erhalt der vielfältigen Arten Australiens beitragen.

Quelle

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