Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat fossile Hinweise zur stabilen Besiedlung des Tiefsee-Bodens durch höhere wirbellose Tiere, genauer gesagt unregelmäßige Seeigel, entdeckt. Diese datieren mindestens 104 Millionen Jahre zurück in die Kreidezeit. Das Team analysierte über 1.400 Sedimentproben aus verschiedenen ozeanischen Regionen und fand mehr als 40.000 Fragmente von Stacheln der unregelmäßigen Seeigel. Durch den Vergleich morphologischer Merkmale der Stacheln und die Bestimmung ihrer Biomasse kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Tiefsee seit der frühen Kreidezeit kontinuierlich von diesen Seeigeln besiedelt wird. Die Studie enthüllte auch morphologische Veränderungen an den Stacheln nach dem Meteoriteneinschlag, der am Ende der Kreidezeit zu einer Massenauslöschung führte. Die dünneren und weniger vielfältigen Stacheln weisen auf den “Lilliput-Effekt” hin, bei dem kleinere Arten nach einer Massenauslöschung einen Überlebensvorteil haben. Die Forscher glauben, dass die Veränderung der Biomasse der Seeigel vor etwa 70 Millionen Jahren, die mit einer Abkühlung der Wassertemperaturen zusammenhängt, Spekulationen darüber zulässt, wie sich die Tiefsee durch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung verändern wird. An der Studie waren auch Forscher der Universitäten Heidelberg und Frankfurt sowie des Museums für Naturkunde Berlin beteiligt.

Einführung

Das Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat fossile Beweise für die stabile Besiedlung des Tiefsee-Bodens durch höhere Wirbellose entdeckt. Konkret fand das Team Beweise für unregelmäßige Seeigel, die mindestens 104 Millionen Jahre alt sind und aus der Kreidezeit stammen. Diese Entdeckung wirft Licht auf die langjährige Präsenz dieser Organismen in der Tiefsee und gibt Einblicke in ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Entwicklung über die Zeit.

Hintergrund

Das Team untersuchte über 1.400 Sedimentproben aus verschiedenen Ozeanregionen und analysierte mehr als 40.000 Fragmente von Stacheln von unregelmäßigen Seeigeln. Durch den Vergleich der morphologischen Eigenschaften der Stacheln und der Bestimmung ihrer Biomasse konnten die Forscher Einblicke in die historischen Besiedlungsmuster dieser Seeigel gewinnen. Diese Forschung liefert wertvolle Informationen über das Ökosystem der Tiefsee und seine Bewohner.

Stabile Besiedlung seit der frühen Kreidezeit

Basierend auf ihrer Analyse kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Tiefsee seit der frühen Kreidezeit kontinuierlich von unregelmäßigen Seeigeln besiedelt wurde. Die langjährige Präsenz dieser Seeigel deutet auf ihre Fähigkeit hin, sich in dieser Umgebung anzupassen und zu gedeihen. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung des Verständnisses der langfristigen Dynamik von Tiefsee-Ökosystemen und der Organismen, die sie bewohnen.

Morphologische Veränderungen nach dem Kreide-Paläogenen-Aussterben

Die Studie zeigte auch morphologische Veränderungen in den Stacheln von unregelmäßigen Seeigeln nach dem Einschlag des Meteoriten, der das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit verursachte. Die Stacheln wurden dünner und weniger vielfältig, was auf ein Phänomen bekannt als der “Lilliput-Effekt” hinweist. Dieser Effekt bezieht sich auf den Überlebensvorteil von kleineren Arten nach einem Massenaussterbeereignis. Die Ergebnisse der Forscher bieten weitere Beweise für die ökologischen Auswirkungen von Massenaussterben und wie sie im Laufe der Zeit die Eigenschaften von Arten prägen.

Auswirkungen auf das Tiefsee-Ökosystem

Die Ergebnisse der Forscher haben auch Auswirkungen auf das Verständnis des potenziellen Einflusses der menschlich verursachten globalen Erwärmung auf das Tiefsee-Ökosystem. Die Studie zeigte eine Veränderung in der Biomasse von Seeigeln vor etwa 70 Millionen Jahren, die mit einer Abkühlung der Wassertemperaturen zusammenfiel. Dies legt nahe, dass Veränderungen in den Umweltbedingungen, wie steigende Meerestemperaturen, erhebliche Auswirkungen auf das Tiefsee-Ökosystem und seine Bewohner haben könnten. Weitere Forschungen in diesem Bereich sind notwendig, um die potenziellen Folgen des Klimawandels auf Tiefsee-Ökosysteme vollständig zu verstehen.

Zusammenarbeit und Danksagungen

Die Forschung erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der Universität Göttingen, den Universitäten Heidelberg und Frankfurt sowie dem Museum für Naturkunde Berlin. Die Beiträge dieser Institutionen und ihrer Forscher waren entscheidend für die Durchführung und Interpretation der Ergebnisse dieser Studie. Die Forscher bedanken sich bei ihren Kollegen für ihre wertvollen Erkenntnisse und Beiträge zur Forschung.

Fazit

Die Entdeckung fossiler Beweise für die stabile Besiedlung des Tiefsee-Bodens durch unregelmäßige Seeigel liefert wertvolle Erkenntnisse über die langfristige Dynamik von Tiefsee-Ökosystemen. Die Ergebnisse des Forscherteams unterstreichen die Fähigkeit dieser Seeigel, sich über Millionen von Jahren an die Tiefsee-Umgebung anzupassen und zu gedeihen. Darüber hinaus gibt die Studie Aufschluss über die ökologischen Auswirkungen von Massenaussterben und die potenziellen Auswirkungen zukünftiger Klimaveränderungen auf Tiefsee-Ökosysteme. Diese Forschung trägt zu unserem Verständnis der Tiefsee bei und betont die Notwendigkeit fortgesetzter Studien und Erhaltungsbemühungen in diesem einzigartigen und wichtigen Lebensraum.

Quelle

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