Forscher der Binghamton University haben ein Werkzeug namens Digital Media Overuse Scale (dMOS) entwickelt, um die digitale Medienabhängigkeit zu messen. Im Gegensatz zu aktuellen Instrumenten, die schnell veraltet sind, konzentriert sich die dMOS auf die Psychologie statt auf spezifische Technologien. Sie enthält Fragen wie “Ich habe Schwierigkeiten, mich selbst davon abzuhalten, X zu benutzen, obwohl ich weiß, dass ich es tun sollte”, wobei X für verschiedene Tech-Bereiche steht. Das Instrument wurde mit einer Umfrage von über 1.000 College-Studenten getestet, wobei die meisten nur wenige Anzeichen von Sucht zeigten, aber einige problematische Einstellungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Nutzung von sozialen Medien zeigten. Die Forscher stellten fest, dass der übermäßige Gebrauch domänenspezifisch war und soziale Medien ein bedeutendes Problem darstellten. Die dMOS erwies sich als zuverlässiges und gültiges Instrument und wird um neue Tech-Bereiche erweitert. Das Ziel ist es, unser Verständnis für die Beziehung zwischen menschlicher Psychologie und sich schnell entwickelnden digitalen Medien zu verbessern.

Einführung

In der heutigen digitalen Ära ist der Einsatz von Technologie und digitalen Medien zu einem integralen Bestandteil unseres Lebens geworden. Jedoch kann der übermäßige Gebrauch von digitalen Medien zu suchthaften Verhaltensweisen führen, die sich negativ auf unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken können. Um dieses Problem anzugehen, haben Forscher der Binghamton University die Digital Media Overuse Scale (dMOS) entwickelt, ein Instrument zur Messung der digitalen Mediensucht.

Überblick über die dMOS

Die dMOS orientiert sich an einem psychologischen Ansatz und konzentriert sich nicht auf spezifische Technologien. Sie zielt darauf ab, die Einstellungen und Verhaltensweisen von Individuen in Bezug auf den Gebrauch digitaler Medien zu bewerten, um potenzielle Suchtmuster zu erkennen.

Entwicklung und Testung

Die dMOS wurde auf der Grundlage umfangreicher Forschung und in Zusammenarbeit mit Experten auf dem Gebiet entwickelt. Sie umfasst Fragen, die verschiedene Bereiche digitaler Medien wie soziale Medien, Gaming und Internetnutzung bewerten. Für jeden Bereich werden den Teilnehmenden spezifische Fragen zu ihrem Verhalten und ihren Gedankenmustern gestellt.

Das Instrument wurde an einer Stichprobe von über 1.000 College-Studenten getestet und lieferte wertvolle Einblicke in die digitale Mediensucht in dieser Bevölkerungsgruppe.

Wichtige Ergebnisse

Die Studie ergab, dass zwar die meisten Studenten keine Anzeichen von Sucht zeigten, jedoch ein signifikanter Anteil problematische Einstellungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Gebrauch digitaler Medien aufwies.

Bereichsspezifische Übernutzung

Die Forscher stellten fest, dass die Übernutzung digitaler Medien bereichsspezifisch war, was bedeutet, dass verschiedene Technologiebereiche unterschiedliches Suchtpotenzial aufwiesen. Insbesondere soziale Medien waren ein signifikanter Anlass zur Sorge, da viele Studenten in diesem Bereich süchtiges Verhalten und Denkmuster zeigten.

Identifizierung problematischen Gebrauchs

Die dMOS enthält Fragen wie “Ich habe Schwierigkeiten, mich selbst davon abzuhalten X zu benutzen, auch wenn ich weiß, dass ich es sollte”, wobei X durch verschiedene Technologiebereiche ersetzt wird. Diese Fragen helfen dabei, Individuen zu identifizieren, die problematische Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit digitalen Medien haben könnten.

Zuverlässigkeit und Validität

Die Forscher stellten fest, dass die dMOS ein zuverlässiges und valides Instrument zur Messung der digitalen Mediensucht war. Sie lieferte konsistente Ergebnisse und spiegelte genau die Einstellungen und Verhaltensweisen der Befragten im Umgang mit digitalen Medien wider.

Erweiterung der dMOS

Aufgrund der schnellen Entwicklung digitaler Medien planen die Forscher, die dMOS um neue Technologiebereiche zu erweitern, sobald diese entstehen. Diese Erweiterung wird unser Verständnis für die Beziehung zwischen menschlicher Psychologie und sich rasch entwickelnden digitalen Medien vertiefen.

Auswirkungen und zukünftige Forschung

Die dMOS eröffnet weitere Möglichkeiten für die Erforschung der digitalen Mediensucht und ihrer Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Individuen. Sie liefert wertvolle Einblicke in die bereichsspezifische Übernutzung und ermöglicht gezielte Interventionen zur Bewältigung süchtigen Verhaltens in verschiedenen Technologiebereichen.

Interventionsstrategien

Indem die dMOS Personen mit problematischen Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit digitalen Medien identifiziert, ermöglicht sie die Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Interventionsstrategien. Diese Strategien können den Betroffenen dabei helfen, süchtiges Verhalten zu überwinden und eine gesündere Beziehung zu digitalen Medien aufzubauen.

Langfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Weitere Forschung mit Hilfe der dMOS kann die langfristigen Auswirkungen der digitalen Mediensucht auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen untersuchen. Dies kann zur Entwicklung von präventiven Maßnahmen und Frühinterventionsprogrammen beitragen.

Fazit

Die Digital Media Overuse Scale (dMOS) ist ein vielversprechendes Instrument zur Messung der digitalen Mediensucht. Ihr bereichsspezifischer Ansatz und ihre Fokussierung auf die Psychologie machen sie zu einer wertvollen Ressource für Forscher und Fachleute. Durch ein tieferes Verständnis der Beziehung zwischen menschlicher Psychologie und aufkommenden digitalen Medien kann die dMOS Interventionen anleiten und einen gesünderen Umgang mit digitalen Medien fördern.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like

Machine-Learning-Ansatz zur Berechnung von Übergangszuständen in chemischen Reaktionen

Forscher vom MIT haben eine maschinelle Lernmethode entwickelt, um Übergangszustände in chemischen…

Ein potenzieller Wirkstoffkandidat zur Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS)

Forscher der Universität Helsinki haben einen potenziellen Wirkstoff entdeckt, der zur Behandlung…

Von der Verbrennung angetriebener insektengroßer Roboter: Ein Durchbruch in der Robotik

Forscher der Cornell University haben einen robotischen Insekt entwickelt, der durch Verbrennung…

Die Rolle des Retinsäurerezeptors Alpha (RARα) bei der T-Zell-Aktivierung und Immunantwort

Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal Immunity, zeigt, dass der nukleare Rezeptor…