Forscher der University of South Australia haben herausgefunden, dass Veränderungen in den Mikrobewegungen des Gehirns, auch “Kopfbewegungen” genannt, als ein neuartiges Gehirnbiometrie zur Erkennung der langfristigen Auswirkungen einer Gehirnerschütterung verwendet werden können. Sie führten eine Studie mit 101 Spielern des Australian Rules Football durch und verwendeten hierbei ein speziell entwickeltes Headset, um die Kopfbewegungen zu bewerten. Die Forschungsergebnisse zeigten Gehirnanormalitäten bei 81% der Spieler mit Gehirnerschütterungen. Diese Veränderungen der Kopfbewegungen dauerten 14 Tage über die Symptome der Gehirnerschütterung hinaus an und wurden durch Rückkehr zum Spiel oder unüberwachte körperliche Aktivität verschlimmert. Die Messungen der Kopfbewegungen könnten die aktuellen Rückkehr-zum-Spiel-Protokolle ergänzen und objektive Maßnahmen zur Überwachung der Genesung bei Gehirnerschütterung bieten. Die Studie zeigte auch, dass einige Spieler bis zu vier Wochen benötigten, um sich zu erholen und zu normalen Kopfbewegungsmustern zurückzukehren. Diese Forschung trägt zum wachsenden Wissen bei, das für die Informierung von Gehirnerschütterungsprotokollen im Sport wichtig ist.

Einführung

Die University of South Australia hat eine Studie durchgeführt, die die Veränderungen von Gehirn-Mikrobewegungen, sogenannte “Headpulses”, als potenzielle Gehirnbiometrie zur Erkennung der langfristigen Auswirkungen einer Gehirnerschütterung untersucht. Dieser neuartige Ansatz könnte objektive Maßnahmen zur Beurteilung der Genesung nach einer Gehirnerschütterung liefern und die derzeitigen Return-to-Play-Protokolle ergänzen.

Die Studie

Die Forscher führten eine Studie mit 101 Spielern des Australian Rules Football durch. Sie verwendeten ein eigens entwickeltes Headset, um Headpulse-Biometriedaten zu erfassen und Gehirnabnormalitäten im Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen zu beurteilen. In ihrer Analyse stellten sie fest, dass bei 81% der Spieler mit Gehirnerschütterungen Gehirnabnormalitäten auftraten.

Veränderungen der Headpulses

Die Studie ergab, dass Veränderungen der Headpulses über das Abklingen der Symptome einer Gehirnerschütterung hinaus bestehen blieben. Diese Veränderungen wurden etwa 14 Tage nach der ersten Verletzung beobachtet. Darüber hinaus verschlimmerten sich diese Headpulse-Abnormalitäten durch die Rückkehr zum Sport oder unkontrollierte körperliche Aktivität.

Längere Genesungszeiten

Die Forscher stellten auch fest, dass manche Spieler bis zu vier Wochen benötigten, um sich zu erholen und zu normalen Headpulse-Mustern zurückzukehren. Dies verdeutlicht die individuelle Variabilität bei der Genesung nach einer Gehirnerschütterung und unterstreicht die Notwendigkeit einer personalisierten Überwachung.

Auswirkungen auf Return-to-Play-Protokolle

Die Ergebnisse dieser Studie haben erhebliche Auswirkungen auf das Management von Gehirnerschütterungen und Return-to-Play-Protokolle im Sport.

Objektive Maßnahmen

Die herkömmliche Beurteilung einer Gehirnerschütterung stützt sich stark auf subjektive Maßnahmen wie die Selbstmeldung von Symptomen. Die Verwendung von Headpulse-Biometriedaten bietet eine objektive Maßnahme, die zusätzliche Erkenntnisse zum Genesungsprozess des Gehirns liefern kann.

Ergänzender Ansatz

Die Einbindung von Headpulse-Untersuchungen in die aktuellen Return-to-Play-Protokolle kann einen ergänzenden Ansatz im Management von Gehirnerschütterungen bieten. Durch die Berücksichtigung sowohl subjektiver Symptome als auch objektiver Headpulse-Daten können medizinische Fachkräfte fundiertere Entscheidungen über die Freigabe von Athleten für die sportliche Aktivität treffen.

Verbesserte Sicherheit

Durch die Überwachung von Headpulse-Biometriedaten können medizinische Fachkräfte potenzielle Risiken erkennen und eine vorzeitige Rückkehr zur körperlichen Aktivität verhindern, die die langfristigen Auswirkungen einer Gehirnerschütterung verschlimmern könnte.

Zukünftige Anwendungen

Die Verwendung von Headpulse-Biometrie als Gehirnbiometrie könnte über sportbezogene Gehirnerschütterungen hinaus weitere Anwendungsbereiche haben.

Gehirnerschütterungen diagnostizieren

Headpulse-Untersuchungen könnten als Diagnosewerkzeug zur Erkennung und Bestätigung von Gehirnerschütterungen eingesetzt werden und die Genauigkeit der Diagnosen verbessern.

Überwachung der Behandlung

Eine kontinuierliche Überwachung der Headpulse-Biometriedaten während des Genesungsprozesses kann helfen, die Wirksamkeit verschiedener Behandlungsstrategien und Interventionen zu verfolgen.

Schlussfolgerung

Die Forschung der University of South Australia zur Headpulse-Biometrie zeigt das Potenzial dieses neuartigen Ansatzes zur Erkennung der langfristigen Auswirkungen von Gehirnerschütterungen auf. Die Studie betont die Bedeutung objektiver Maßnahmen im Management von Gehirnerschütterungen und legt nahe, dass die Einbindung von Headpulse-Untersuchungen in Return-to-Play-Protokolle die Sicherheit von Athleten verbessern könnte. Eine weitere Erforschung von Headpulse-Biometrie könnte zu Fortschritten bei der Erkennung, Überwachung und Behandlung von Gehirnerschütterungen in verschiedenen Kontexten führen.

Quelle

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