In Äthiopien wurden neue Stämme von malariaerregenden Parasiten entdeckt, die resistent gegen bestehende Behandlungen sind und gängigen Diagnosetests entkommen können. Frühere Studien hatten bereits resistente Stämme des Malaria-Parasiten in Uganda, Tansania und Ruanda identifiziert, sowie Parasiten, die resistent gegen Diagnosetests in der Horn von Afrika Region waren. Die neueste Studie bestätigt das Vorkommen von doppelt resistenten Malaria-Stämmen in Äthiopien, wo Parasiten eine Resistenz gegen sowohl antimalarische Medikamente als auch Diagnosetests entwickelt haben. Diese doppelt resistenten Parasiten sind schwieriger zu erkennen und effektiv zu behandeln und stellen eine Bedrohung für die Malaria-Kontrollmaßnahmen dar. Die Standardmethode zur Diagnose von Malaria in Afrika sind Diagnosetests, die spezifische Parasitenproteine im Blut nachweisen. Parasiten, die diese Proteine nicht aufweisen, können jedoch unentdeckt bleiben. Die Erstlinienbehandlung, die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird, besteht aus einer Kombinationstherapie mit artemisininbasierten Medikamenten. Die neu entdeckten Mutationen in Afrika sorgen für eine Resistenz gegen Artemisinin. Die Prävalenz von arzneimittelresistenten Parasiten mit Löschungen in den genexprimierenden Genen wurde in Äthiopien mit 8,2 % festgestellt. Obwohl das allgemeine Auftreten von Malaria in Äthiopien gering ist, bleibt die Krankheit in 75 % des Landes endemisch, wobei 65 % der Bevölkerung gefährdet ist. Die Ausbreitung dieser doppelt resistenten Parasiten wird die Ausrottung von Malaria in Äthiopien und anderen Teilen Afrikas erschweren und möglicherweise zu einem Anstieg der Fälle und Todesfälle führen. Die Forscher betonten die Notwendigkeit einer engen Überwachung der Verbreitung dieser Parasiten und der Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe zur Bekämpfung von Malaria. Die genomische Überwachung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, was es Forschern ermöglicht, Mutationen effektiver zu überwachen und neue Mutationen zu identifizieren. Die Studie wurde von einem Forschungsteam der Brown University in Zusammenarbeit mit dem Ethiopischen Institut für öffentliche Gesundheit und der University of North Carolina at Chapel Hill durchgeführt. Das Projekt wurde teilweise durch das U.S. National Institutes of Health, das Gesundheitsministerium Äthiopiens und die Bill and Melinda Gates Foundation finanziert.

Einführung

Die Entdeckung von resistenten Stämmen von Malariaparasiten in Äthiopien, die sowohl gegen die Behandlung als auch gegen Diagnosetests resistent sind, stellt eine erhebliche Bedrohung für die Bekämpfung von Malaria dar. Frühere Studien haben ähnliche Stämme bereits in benachbarten Ländern identifiziert. Die neueste Studie bestätigt die Verbreitung dieser doppelt resistenten Stämme in Äthiopien und unterstreicht den dringenden Bedarf an Überwachung, neuen Therapien und Impfstoffen.

Resistenz gegen Medikamente

Die derzeit von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen antimalariellen Medikamente, wie die Artemisinin-basierte Kombinationstherapie, werden aufgrund des Auftretens resistenter Stämme immer weniger wirksam. Die in Äthiopien neu entdeckten Mutationen führen zur Resistenz gegen Artemisinin und erschweren somit die Behandlung von Malaria.

Häufigkeit der Medikamentenresistenten Parasiten

Die Studie ergab, dass 8,2% der Malariaparasiten in Äthiopien Deletionen in den Genen aufweisen, die für die Proteinexpression verantwortlich sind. Dies deutet auf eine Resistenz gegen antimalarielle Medikamente hin. Diese Prävalenz weist auf eine erhebliche Anzahl von Fällen hin, die möglicherweise schwer effektiv zu behandeln sind.

Resistenz gegen Diagnosetests

Die gängige Methode zur Diagnose von Malaria in Afrika ist der Schnelltest, der spezifische Parasitenproteine im Blut nachweist. Die neu entdeckten Malariaparasiten in Äthiopien besitzen jedoch keine dieser Proteine, wodurch sie durch herkömmliche Diagnosetests nicht nachweisbar sind.

Herausforderungen bei der Erkennung und Behandlung

Mit der Resistenz gegen sowohl antimalarielle Medikamente als auch Diagnosetests sind die doppelt resistenten Stämme von Malariaparasiten in Äthiopien schwer zu erkennen und effektiv zu behandeln. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für die Bekämpfung von Malaria dar, da nicht erkannte Fälle zu einer erhöhten Übertragung und Todesfällen führen können.

Auswirkungen in Äthiopien und Afrika

Malaria ist nach wie vor in 75% von Äthiopien endemisch, wobei 65% der Bevölkerung einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Ausbreitung dieser doppelt resistenten Parasiten wird die Eliminierung von Malaria in Äthiopien und anderen Teilen Afrikas erschweren. Es besteht die ernsthafte Sorge, dass dies zu einem Anstieg der Malariafälle und -todesfälle führen könnte.

Wichtigkeit einer engen Überwachung

Die Wissenschaftler betonten die Notwendigkeit einer engen Überwachung der Verbreitung dieser doppelt resistenten Parasiten. Diese Überwachung wird helfen, das Ausmaß des Problems zu verstehen und Anstrengungen zur Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe zur Bekämpfung von Malaria zu lenken.

Fortschritte in der genomischen Überwachung

Die genomische Überwachung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, die es Forschern ermöglichen, Mutationen in Malariaparasiten effektiver zu überwachen. Diese Technologie ermöglicht die Identifizierung neuer Mutationen und liefert wertvolle Informationen zur Verfolgung der Ausbreitung von medikamentenresistenten Stämmen.

Forschungskooperation und Finanzierung

Die Studie wurde von einem Forschungsteam der Brown University in Zusammenarbeit mit dem Ethiopian Public Health Institute und der University of North Carolina at Chapel Hill durchgeführt. Das Projekt erhielt Finanzierung von den National Institutes of Health der USA, dem Ministerium für Gesundheit-Äthiopien und der Bill and Melinda Gates Foundation.

Schlussfolgerung

Die Entdeckung von doppelt resistenten Stämmen von Malariaparasiten in Äthiopien unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf im Kampf gegen dieses wachsende Problem. Die Überwachung der Verbreitung dieser Parasiten, die Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe sowie die weitere Verbesserung der genomischen Überwachung sind entscheidend für den Kampf gegen Malaria in Äthiopien und Afrika.

Quelle

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