Forscher der Universität Göteborg haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Lund und Montreal einen neuen Bluttest namens p-tau217 entwickelt, der sich als Biomarker für Alzheimer eignet. Der Bluttest zeigt vielversprechende Ergebnisse und könnte als klinisches Werkzeug zur Früherkennung von Alzheimer eingesetzt werden.

Ein Problem bei der Verwendung von Biomarkern zur Klassifizierung von Alzheimer-Patienten im Frühstadium besteht darin, dass es zu falsch-positiven und falsch-negativen Ergebnissen kommen kann. Um dieses Problem zu lösen, haben die Forscher einen zweistufigen Workflow für die klinische Anwendung von Blutbiomarkern entwickelt. In Schritt eins wird ein diagnostisches Modell verwendet, das auf p-tau217, Alter und APOE e4 basiert, um das Risiko eines positiven Amyloid-PET-Befundes bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung festzustellen. Im zweiten Schritt wird bei Patienten mit unklarem Ergebnis im ersten Schritt eine Bestätigung mit dem CSF Ab42/40-Verhältnis oder dem Amyloid-PET durchgeführt.

Der Workflow wurde an 348 Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung aus der schwedischen BioFINDER-Studie evaluiert und in der unabhängigen TRIAD-Kohorte in Montreal validiert. Das Modell zeigte eine hohe Genauigkeit mit nur 6,6% falsch-negativen und 2,3% falsch-positiven Ergebnissen bei strengen Schwellenwerten.

Die Studie präsentiert eine klinisch nützliche Strategie für den p-tau217 Bluttest zur Alzheimer-Früherkennung. Das zweistufige Modell ermöglicht eine Klassifizierung der Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung in hohe, niedrige und mittlere Risikokategorien für Amyloidose im Gehirn und frühzeitige Alzheimer-Pathologie. Die Hochrisiko-Patienten können diagnostiziert und mit symptomatischen Therapien behandelt werden, während die Niedrigrisiko-Gruppe Alzheimer mit hoher Sicherheit ausschließen kann. Die mittlere Risiko-Gruppe, die etwa ein Drittel der Patienten ausmacht, könnte weitere Bestätigungstests in einer Fachklinik benötigen, was potenzielle Kosteneinsparungen ermöglichen könnte.

Einführung

Forscher der Universität Göteborg haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Lund und in Montreal einen neuen Bluttest mit dem Namen p-tau217 entwickelt, der vielversprechende Ergebnisse als Biomarker für Alzheimer (AD) zeigt. Dieser blutbasierte p-tau-Biomarker, insbesondere die Variante p-tau217, hat das Potenzial als klinisch nützliches Werkzeug zur Untersuchung von Patienten mit Gedächtnisproblemen oder kognitiven Symptomen, die auf eine frühe AD hinweisen können.

Bedarf an zuverlässigen Biomarkern

Ein Problem bei der Verwendung von Biomarkern zur Klassifizierung von Frühstadium-AD-Patienten besteht in der Möglichkeit von falsch positiven und falsch negativen Ergebnissen. Um dieses Problem zu lösen, haben die Forscher einen zweistufigen Workflow für die klinische Anwendung von Blutbiomarkern entwickelt.

Diagnosemodell basierend auf Plasma p-tau217, Alter und APOE e4

Der erste Schritt beinhaltet ein Diagnosemodell basierend auf Plasma p-tau217, Alter und APOE e4, um das Risiko einer amyloidpositiven PET bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) festzustellen.

Bestätigungstest bei unsicheren Ergebnissen

Im zweiten Schritt werden Bestätigungstests mit dem CSF Ab42/40-Verhältnis oder einer amyloidpositiven PET bei Patienten mit unsicheren Ergebnissen im ersten Schritt durchgeführt.

Evaluierung des Workflows

Der Workflow wurde an 348 MCI-Teilnehmern der schwedischen BioFINDER-Studien evaluiert und am unabhängigen TRIAD-Kohorten in Montreal validiert. Das Modell zeigte eine hohe Genauigkeit bei strengen Schwellenwerten von nur 6,6% falsch negativen Ergebnissen und 2,3% falsch positiven Ergebnissen.

Klinischer Nutzen des p-tau217 Bluttests

Die Studie präsentiert eine klinisch nützliche Strategie für den p-tau217 Bluttest zur AD-Screening. Das zweistufige Modell unterscheidet die MCI-Patienten in Hoch-, Niedrig- und Mittelrisikogruppen für die Amyloidose des Gehirns und frühe AD-Pathologie.

Diagnose und Behandlung für Hochrisikogruppe

Die Hochrisikogruppe kann diagnostiziert und mit symptomatischen Behandlungen begonnen werden, um ihre Lebensqualität zu verbessern und möglicherweise den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Ausschluss von AD für Niedrigrisikogruppe mit Sicherheit

Die Niedrigrisikogruppe kann AD mit hoher Sicherheit ausschließen, was unnötige Nachfolgetests reduziert und den Patienten beruhigt.

Bestätigungstests für Mittelrisikogruppe

Die Mittelrisikogruppe, die etwa ein Drittel der Patienten ausmacht, kann weitere Bestätigungstests in einer Spezialklinik benötigen, was zu potenziellen Kosteneinsparungen führt.

Schlussfolgerung

Der p-tau217 Bluttest hat das Potenzial, die AD-Screening und -Diagnose zu revolutionieren. Durch die genaue Differenzierung der Patienten anhand ihres Risikos für die Amyloidose des Gehirns und früher AD-Pathologie kann dieser Biomarker-Test zur Früherkennung und Intervention beitragen und letztendlich die Behandlungsergebnisse verbessern und möglicherweise die Gesundheitskosten senken.

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